10. Skateday vom Speedteam-Bodensee e.V.

(18.06.2013 von Cornelius, 1186 mal gesehen)

Der intersport-Skateday vom Speedteam-Bodensee bringt Menschen in Bewegung und weist selbst eine sehr bewegte Vergangenheit auf

Am 7. Juli findet in Meckenbeuren, nicht weit vom östlichen Bodensee, zum 10. Mal der Skateday statt. Die ehrenamtlichen Organisatoren gehören dem Verein aus Friedrichshafen an, der sich von Beginn an in den Farben Blau-Gelb zeigte. Dabei war die Farbwahl zufällig und unabhängig von den renommierten Kollegen in Gross-Gerau.
Im Jahr 2000 trafen sich bei verschiedenen Rennen in Süddeutschland und der Schweiz eine kleine Zahl Skater aus der Bodenseeregion. Schnell wurde eine Interessen- und Trainingsgemeinschaft gegründet. Um bei den Rennen eine Identifikation zu haben und für größeren Teamspirit wurde das Speedteam aus der Taufe gehoben und beim BWIC angemeldet. Anfang 2001 beim BWIC-Halbmarathon in Konstanz wurden kurz vor dem Rennen bei einem Verkaufsstand spontan knallgelbe Trikots erworben, um sich auch beim Rennen nicht aus den Augen zu verlieren. Daraus entwickelte sich später das typische Design der Rennanzüge.

Die Skater hatten schnell den Anspruch, ihre Sportart zu fördern und strukturell weiter zu entwickeln, so dass am 03.10.2001 der Verein offiziell gegründet und eingetragen wird. Von den 8 Gründungsmitgliedern sind auch heute noch 3 im Skateday-Organisationsteam (D. Corbo, C. Droop, M. Scholl) engagiert. Maik Scholl als treibende Kraft hatte früh Visionen von einem gut organisierten Rennen vor der Haustür und ignorierte in seiner typischen Art Bedenken und mögliche Probleme. Im April 2002 ergab sich die Gelegenheit, ein Teamzeitfahren in Wilhelmsdorf mit zu organisieren. Die Skater kamen beim Radpublikum gut an. Maik wurde von Cornelius Droop, der 2002 ein Last-Man-Out-Rennen im Rahmen der Rad-Deutschland-Tour-Durchfahrt in Tettnang organisierte, in seinen Anliegen unterstützt, Ganze 8 Teilnehmer konnten damals hierfür mobilisiert werden und nur 2 Starter waren nicht Mitglied im Speedteam-Bodensee.
Wiederum an eine Radveranstaltung angehängt wurde im Aug. 2003 ein offenes Inline-Rennen über 7 km, gleichzeitig die Friedrichshafener Stadtmeisterschaften. Natürlich von Maik Scholl auf die Beine gestellt. Immerhin schon mit 38 Startern, die vor allem von den befreundeten Vereinen Hot-Wheels Schwenningen und dem Speed-Team Stuttgart kamen.

Das erste DRIV-lizensierte Rennen und zugleich Etappe des Baden-Württemberg Inlinecups war der Skateday am 21.08.2004. Scholl hatte mit Ausdauer und etwas Glück einen potenten Sponsor finden können, der zunächst auch in den nächsten 3 Jahren die finanziellen Risiken absicherte. Die Veranstaltung trug den sperrigen Namen Gildemeister-Seidensticker-Skateday. 214 Skater bei den Erwachsenen gingen an den Start zur Halbmarathon-Premiere an der Neuen Messe in Friedrichshafen. Diese Zahlen sind gegenwärtig bei einem Regio-Cup fast schon ein Traum.
Schon immer sollte der Skateday ein ganzer Tag auf Rollen für alle Generationen sein. So wurden ebenfalls Rennen für Kinder und Jugendliche angeboten. Unter den 43 teilnehmenden Nachwuchsskatern 2004 übrigens auch eine Katharina Rumpus, die ihre Schüler-A-Klasse mit einer 3/4Minute Vorsprung gewinnen konnte.

Leider konnte sich dieses Konzept aus verschiedenen organisatorischen Gründen später nicht durchgehend einhalten lassen, so dass in den Jahren 2008 bis 2010 das Halbmarathon-Rennen und die Kinderrennen, mittlerweile fester Bestandteil des Baden-Württembergischen Löwencups, an unterschiedlichen Terminen und Örtlichkeiten ausgetragen werden mussten.

Die Skateday konnte sich im Süddeutschen Rennkalender fest etablieren und zeichnet sich bis heute dadurch aus, dass es ein Event von aktiven Speedskatern für Speedskater ist. Starter auch aus der Schweiz, Österreich, Lichtenstein und Frankreich honorierten die Anstrengungen des Vereins. Motivierend für die Neuauflage des Folgejahres war dabei das durchweg positive Feedback der teilnehmenden Skater.

Dabei gab es für das ORGA-Team und den Verein immer wieder neue Hürden zu überwinden. Als für 2007 der Hauptsponsor sein Engagement zurückzog stand das Rennen lange Zeit auf der Kippe. Gleichzeitig beendete Scholl seine Funktion als Hauptorganisator. Glücklicherweise zeigte sich Nicola Segelbacher bereit, diese wichtige Position zu übernehmen. Der Vereinsvorstand traf schließlich die mutige Entscheidung für die weitere Durchführung des Rennens, auch wenn man damit den Mitgliedern einen finanziellen Verlust zumutete. Die Beibehaltung eines Skaterennens am Bodensee, ein Heimrennen mit Vorbildcharakter für die eigene Vereinsjugend und die Präsentation der Sportart rechtfertigte aus Sicht des Vorstandes (M. Scholl, E. Deuchert, C. Droop) diese Haltung. Eduard Deuchert war dabei über Jahre eine feste Größe im Organisationsteam, wertvoll für viele logistisch komplexe Bereiche im Vorfeld und am Renntag selbst.

Das Finanzierungsproblem begleitet seit 2007 bis heute den Skateday. Neben fehlenden bzw. zurückhaltenden Sponsoren (Jahre der Wirtschaftskrise) und einer aufwendigen und kostenintensiven Zeitmessung bereiten die rückläufigen Teilnehmerzahlen, wie sie die meisten Inline-Rennen zu beklagen haben, den Veranstaltern anhaltend Sorgen.
Wegen Bauarbeiten an der Messe stand man im Jahr 2008 zudem unvermittelt ohne genehmigungsfähige Strecke da. Nachdem in der Gemeinde Ailingen ein geeigneter Partner gefunden war, ergaben sich neue Herausforderungen, denn das veränderte Umfeld und die geänderte Streckenführung (3 x 7,7 km anstatt einer 2,5 km Runde an der Messe) bedurfte einer im Grunde völlig neuen Logistik und Organisation. Insbesondere kam der kleine Verein (100 Mitglieder, davon mehr als 60 % Kinder und Jugendliche) hinsichtlich der benötigten Helfer immer wieder an seine Grenzen. Ohne die zusätzliche Unterstützung der Eltern von Mitgliedskindern ist eine solche Aufgabe nicht zu stemmen. Dennoch war die Integration in das Ailinger Dorffest mit mehr Publikumszuspruch ein Gewinn für die Veranstaltung, so dass hier vermeintlich eine neue Heimat für das Rennen gefunden wurde.

Aber dann trat mitten in den Vorbereitungen 2009 für die Organisatoren die Katastrophe schlechthin ein, wegen Bauarbeiten konnte die Strecke rund um Ailingen an dem bereits veröffentlichten Termin nicht genehmigt werden. Schließlich konnte das Rennen mit der kurzfristigen Rückkehr an die Neue Messe, allerdings nur auf Kosten einer Terminverschiebung, gerettet werden. Negativ zu Buche schlug auch die hohe Gebühr, die der Verein für die Nutzung von Technik und Gelände der Messebetreiber zu entrichten hatte.

Die Serie der unerwarteten Schwierigkeiten riss in der Folge für den Skateday leider nicht ab. Der zweite Versuch in Ailingen wurde erneut durch Strassenbauarbeiten erschwert. Nur mit Mühe konnte 2010 eine Ersatzstrecke gefunden werden, hierbei musste allerdings als Kompromiss eine abschnittsweise recht schmale Wettkampfstrecke akzeptiert werden, da der Kurs teils auf landwirtschaftlichen Wegen durch Apfelplantagen führte. Die Teilnehmer werden sich eindrücklich erinnern, aber ebenso an deftige Anstiege und flotte Abfahrten.

Nachdem für 2011 dann die Organisatoren des Ailinger Dorffestes lange Zeit keine gesicherte Zusage und Terminfestlegung abgegeben konnten, auch hier spielten finanzielle Unsicherheiten eine Rolle, entschied sich das Speedteam-Bodensee schweren Herzens, das Rennen abzusagen. Angemerkt werden muss auch, dass 2009 und 2010 die Bilanz der Veranstaltung trotz aller Anstrengungen negativ ausfiel, d.h. der Verein Verluste zu tragen hatte.

Die Pause wurde gut genutzt, um für 2012 einen neuen Austragungsort zu finden. Inzwischen hat Droop die Organisationleitung übernommen, Danny Corbo ist wie in den Jahren zuvor für die Streckenabsicherung zuständig. An seiner Seite nicht mehr Edwin Brügel, sondern jetzt tatkräftig Klaus Burkhard, der nebenbei auch noch die tollen Pokale 2012 entwarf und fertigte. Neu im Orga-Team ist Wolfgang Schönfeld, der den Bereich Bewirtung übernahm und in diesem Jahr zum 2. Mal die Vorbereitungen diesbezüglich organisiert.
Der Skateday, im Vorjahr erstmals in Meckenbeuren ausgetragen, wurde dann auch mehrheitlich wegen des schnellen und attraktiven 1,2 km-Rundkurs gelobt. Auf Grund der gegebenen optimalen Rahmenbedingungen konnte der Löwencup wieder in den Skateday integriert werden und damit drehte sich bei herrlichem Sonnenschein den ganzen Tag über alles um die schnellen Rollen. Der jüngste Starter war Marco Voigt (4 Jahre, SZ Kornwestheim), der älteste Skater war der 72jährige Norbert Keßler (München). Sebastian Höninger, der sich seit Jahren für das Team des Bereiches Anmeldung verantwortlich zeigt, ist beim Skateday Lokalmatador. In Meckenbeuren groß geworden möchte er natürlich in diesem Jahr mit einer tollen Leistung vor heimischem Publikum glänzen. In Mannheim konnte er bei den Baden-Württembergischen Landesmeisterschaften im Marathon den Sieg erringen.

Nach dem positiven Echo im Vorjahr werden am 7. Juli auch die Kinder- und Jugend-Rennserien von Bayern und auch der Schweiz im Rahmen des Löwencups am Vormittag ausgetragen. Hier sind Steffen Scholl und Stefan Kühne maßgeblich in die Organisation mit einbezogen. Auf das Abschneiden der jungen Skater und Skaterinnen vom Speedteam-Bodensee darf man gespannt sein, kehrten sie gerade erst sehr erfolgreich von den Deutschen Meisterschaften in Homburg (Saar) zurück. Moritz Scholl wurde dabei gleich 2 Mal Deutscher Meister (200m Einzelsprint, 3000m Massenstart).

Im Erwachsenenbereich bleibt es beim „Cross-Over“ des BWIC mit dem BIC. Seit 2007 spricht Frank Kopp, „Mister Bayern-Inlinecup“, den Machern vom Bodensee sein Vertrauen aus. Darüber hinaus findet die Baden-Württembergische Meisterschaft über die Halbmarathondistanz statt. Damit richten die Bodenseeler zum dritten Mal nach 2007 und 2010 die Landesmeisterschaft aus. Entsprechend wird die süddeutsche Elite der Speedskater am Start erwartet. Gelegentlich hatten sich in der Vergangenheit auch schon internationale Profis der Weltklasse (wie Tristan Loy) unter das Teilnehmerfeld gemischt.

Zum Abschluss des Tages erfolgt das Mannschaftszeitfahren auf einer 600m-Runde, sicher hoch attraktiv für die Zuschauer. In diesem Jahr sollen die Meckenbeurer Bürger verstärkt mit einbezogen und vermehrt an die Strecke gelockt werden. Herr Bürgermeister Schmid hat die Schirmherrschaft übernommen und wird selbst mitskaten.

Es bleibt abzuwarten, ob die Vorjahressieger, Melanie Bayrhof (Skate Club Allgäu) und Jannis Chimonidis (GB-Racing-Team), ihre Zeiten vom Vorjahr unterbieten und sich wieder gegen die starke Konkurrenz durchsetzen können.

Neben dem Wetter, das sicher Einfluss nehmen wird, braucht es aber die Unterstützung vieler Helfer aus den Reihen des Vereins und dessen Umfeld, damit eine solche Veranstaltung wirklich gelingt und ein Erfolg wird.

Schön, dass dieses Rennen ein Jubiläum feiern kann!
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